Corporate S’ Death
Donnerstag, März 31st, 2011
Im Alter von 87 Jahren ist Kurt Weidemann, einer der bedeutendsten Grafiker – vor allem jedoch Typographen – unserer Epoche verstorben. Persönlich habe ich den Mann höchstens dreimal gesehen, und bei jeder dieser Gelegenheiten hatte er eine Bierflasche in der Hand. Aus gut unterrichteter Quell weiß ich auch, dass er in seiner Bude eine festinstallierte Zapfanlage hatte.
Nebenstehend, als kleine Hommage, habe ich meinen Freund und Mitblogger l-i-n-k zitiert, der damals beim ersten Schädelprojekt diese grandiose Idee hatte. Hier habe ich jedoch seine Vorlage die er so wunderbar aus der Garamond gestaltet hat mit Weidemanns Corporate A abgewandelt (Sorry Leute, hab ich nur von einem Screenshot abgezeichnet da ein Schnitt mit 210.- Euro nicht gerade Schnäppchen-Charakter hat).
Einen großen Erfolg kann sich der Typograf (und Schädelgestalter der ersten Stunde) Jürgen Weltin auf seine Totenkopffahne schreiben. Die Lieken Urkorn Bäcker haben seine Schrift „Finnegan“ für sich entdeckt – als Brotschrift sozusagen. Super Sache!
Momentan hab ich eine kleine Ausstellung im Werkraum in Ulm laufen (Rabengasse 16) wer gerade in der nähe ist kann ja mal reinschauen. Hier zeige ich einige meiner Schriftexperimente sowie klassische typografische Stilübungen.
Die FAZ hat ihr Erscheinungsbild überarbeitet. Wichtigste Änderungen: Ab jetzt immer mit Foto auf der Titelseite, die Linien zwischen den Spalten entfallen und – finde ich persönlich sehr schade – die Fraktur verschwindet. Die Überschriften auf Mittelachse fand ich außerdem auch besser. Gut was soll ’s, ich lese ja sowieso nur die Bravo.
