So, so …

Sehr geehrte Kolleginnen/Kollegen,
Mädels und Jungs,

an dieser Stelle möchte ich nochmals allen danken, die seit 2005 an dem Projekt „Designers Skulls” teilgenommen haben. Mein ganz besonderer Dank gilt den nunmehr über 50 Menschen, die ohne mich zu kennen und ohne jegliche Rücksicht auf das Nutzerrecht an den Wettbewerben teilgenommen haben. Der Lohn und die Aussicht auf Ruhm und Ehre sind sehr gering, um so höher ist das Engagement der Teilnehmer einzuschätzen, die mehr Wert auf den Spaß am Entwurf legen als auf den Kontoauszug. Die kreative Auseinandersetzung mit einem eng gefassten Thema und die Übersetzung in bildliche Sprache ist die eigentliche Herausforderung der visuellen Kommunikation. Nur aus Beschränkung entsteht Kreativität – das Gegenteil ist beliebig.

Das Schlimme an Gestaltungswettbewerben ist stets das Ergebnis. Jeder Entwurf enthält das Wertvollste des Gestalters: sein Herzblut. Wir geben keine Angebote ab, wir tragen keine Statistiken vor, wir tragen unsere Idee, unser „Baby” zu Markte. Wenn dieses nicht die Zustimmung der Jury findet, haben wir uns weder verrechnet noch unsere Anforderungen zu hoch geschraubt – wir als Mensch wurden ein stückweit abgelehnt. Und das tut weh. Dabeisein ist hier nichts. Wir sind nicht der SSV Ulm, der gegen Bayern spielt (wobei manche Wettbewerbe genau darauf hinauslaufen), denn eigentlich sind wir alle in der selben Liga, von wenigen berechtigten Ausnahmen abgesehen.

Persönlich habe ich noch nie in einem Wettbewerb, für den ich mich selbst beworben habe, irgend etwas gewonnen. Weder beim großen DDC noch beim kleinen „gestalte einen Tischkicker” konnte ich etwas reißen, aber trotzdem mach ich immer wieder mit. Die Jury mag meine Idee oder mein Konzept ablehnen, aber dadurch vergeht mir noch lange nicht die Freude an der kreativen Umsetzung meiner Vorstellung von visueller Kommunikation. Und ich weiß, die Menschen, die die Preise gewinnen, haben sie in der Regel auch verdient. Aus einer anderen Perspektive, mit anderen Augen gesehen, ist ihre Arbeit genauso gut wie meine eigene, eventuell auch besser. Demnach hätte ich bei einer anderen Jury vielleicht gewonnen. Wer einen guten Entwurf abliefert (und das kann jeder selbst beurteilen), hat sowieso schon alles erreicht.

In meiner Jury nun sitzen etliche etablierte Gestalter und etliche Leute die mit Gestaltung (außer meiner Bekanntschaft) nichts am Hut haben. Also Fazit: Kopf und Fahne hoch und volle friderizianische Attacke (kein Text ohne Klugscheißer-Einlage).

2 Responses to “So, so …”

  1. T. Says:

    wow! wichtelworte spricht er!

  2. hiArt Says:

    Ich überlege mir gerade ob ich einen Wettbewerb veranstalte, in dem der beste Wettbewerbsveranstalter gekürt wird…
    Wie dem auch sei. Ich danke DIR!!! dein Wettbewerb ist schon so was wie eine 5 Jahreszeit für mich :-)

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